Frau M., 38 Jahre, ist sicher: Die Sache ist bald erledigt.
Nach einer Alkoholfahrt mit 1,7 Promille wurde ihr Führerschein entzogen, zusätzlich erhielt sie eine Sperrfrist von 10 Monaten. Die Geldstrafe ist gezahlt, die Zeit läuft.
Doch als sie nach Ablauf der Frist bei der Führerscheinstelle den Antrag stellt, folgt die Überraschung: Sie soll ein positives MPU-Gutachten vorlegen.
Warum der Führerschein oft nicht automatisch zurückkommt
Im Fall von Frau M. liegt der entscheidende Punkt nicht beim Gericht, sondern bei der Führerscheinstelle.
Diese prüft unabhängig vom Strafverfahren, ob jemand grundsätzlich geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen.
Ab etwa 1,6 Promille gehen die Behörden in der Regel davon aus, dass der Umgang mit Alkohol nicht mehr sicher kontrolliert wird. In solchen Fällen wird meist eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) verlangt.
Zwei Verfahren, die viele verwechseln
Frau M. geht davon aus, dass Sperrfrist und Führerscheinrückgabe zusammenhängen.
Tatsächlich handelt es sich um zwei getrennte Verfahren:
- Das Gericht verhängt die Strafe und Sperrfrist
- Die Führerscheinstelle prüft die Fahreignung
Beide Entscheidungen sind unabhängig voneinander.
Warum bei der MPU mehr als der Vorfall zählt
Im Fall von Frau M. geht es nicht nur um den konkreten Vorfall.
Die MPU soll klären, ob künftig ein sicherer Umgang mit Alkohol zu erwarten ist.
Dazu führt ein*e Gutachter*in ein ausführliches Gespräch. Gemeinsam wird aufgearbeitet, wie es zur Fahrt kommen konnte und ob sich das Verhalten inzwischen verändert hat.
Das Gespräch ist zentral, reicht aber nicht in jedem Fall aus.
Je nach Situation werden zusätzliche Nachweise verlangt, etwa sogenannte Abstinenznachweise. Diese belegen, dass über einen längeren Zeitraum kein Alkohol konsumiert wurde. Der Zeitraum liegt je nach Fall häufig zwischen 6 und 15 Monaten.
Für Frau M. hätte das gerne schon früher gewusst. Sie hätten sich dann während der Sperrfrist bereits um ihre Abstinenznachweise gekümmert.
Unterstützung in Kelheim und Mainburg
Der Fall von Frau M. ist kein Einzelfall. Viele Betroffene sind überrascht, dass der Führerschein nach Ablauf der Sperrfrist nicht automatisch zurückkommt.
Deshalb ist frühzeitige Information entscheidend. In Fachambulanz für Suchtprobleme besteht in Kelheim und Mainburg die Möglichkeit, sich unverbindlich über die MPU zu informieren und sich mit Hilfe der Beraterinnen auf die MPU vorzubereiten.
Dafür bieten wir:
Kostenlose Erstberatung
In einem persönlichen Gespräch wird die individuelle Ausgangslage geklärt sowie mögliche Schritte und Anforderungen der MPU erläutert. Die Beratung ist unverbindlich und dient der ersten Orientierung.
MPU-Vorbereitungskurs
Für eine gezielte Vorbereitung bieten wir einen strukturierten Kurs. Im Rahmen von 6 Gruppenstunden und einer Abschlussgespräch mit einer MPU Simulation bereiten wir auf eine anstehende MPU vor. Der Kurs kostet 600€ und startet am 21.09.2026.