Was, wenn im Alltag alles funktioniert und sich trotzdem etwas nicht richtig anfühlt? Genau so beginnt Sucht oft: leise und unauffällig, mitten im Leben. Sie ist kein Randthema, sondern betrifft Millionen von Menschen in unserer Gesellschaft. Was zunächst wie gelegentlicher Konsum oder eine harmlose Gewohnheit erscheint, kann sich schleichend zu einer ernsthaften Erkrankung entwickeln.
"Wir alle essen und trinken, viele füllen gelegentlich einen Sportwettenschein aus. Genau deshalb kann der Umgang damit für jeden von uns auch einmal zum Problem werden", so Frau Pedolzky (Sozialpädagogin B.A., Systemische Therapeutin i.A.).
Viele Betroffene gehen weiterhin ihrer Arbeit nach, erfüllen ihre Verpflichtungen und fallen im Alltag nicht negativ auf. Der Konsum wird häufig als eine Form der Stressbewältigung genutzt, etwa nach einem anstrengenden Arbeitstag. Gerade weil nach außen hin alles "funktioniert", bleibt die Problematik oft lange unbemerkt.
"Bei uns ist eine kostenfreie und anonyme Beratung ohne lange Wartezeiten möglich", erklärt Frau Bauersachs (Suchthilfe M.Sc., Suchttherapeutin DRV). Denn viele Menschen sind unsicher, ob ihr eigenes Konsumverhalten bereits problematisch ist. Genau hier setzt die Beratung an: "Sie müssen sich nicht sicher sein. Kommen Sie einfach zu uns und wir schauen gemeinsam und unverbindlich auf Ihre Situation. Unsere Beratung ist ergebnisoffen. Abstinenz muss nicht für jeden der richtige Weg sein. Wir unterstützen Sie dabei, individuelle und realistische Ziele zu entwickeln."
Um Menschen dort zu unterstützen, wo sie leben, baut die Fachambulanz ihre wohnortnahen Angebote weiter aus. Neben der Außensprechstunde in Abensberg wird nun auch der Standort in Mainburg gestärkt.
Dort beraten Frau Pedolzky und Frau Bauersachs jeweils mittwochs und donnerstags. Neben Gesprächen zum eigenen Konsumverhalten, etwa zu legalen und illegalen Substanzen, Glücksspiel, Kauf- oder Essverhalten, bietet die Fachambulanz auch Unterstützung in weiteren Bereichen an:
- Jugendsuchtberatung retox
- Beratung bei Führerscheinverlust durch Alkohol- oder Drogenkonsum, MPU Vorbereitung
- Angehörigenberatung
- Ambulante Rehabilitation für Erwachsene mit Alkohol-, Cannabis- oder Medikamentenabhängigkeit
Kontakt
Fachambulanz für Suchtprobleme: 09441/50 07 42