Leader-Projekt

Caritas-Netzwerk Demenz

Unterstützung für Erkrankte und Aneghörige.Unterstützung für Erkrankte und Aneghörige.Alexander Raths, Fotolia

Das Leben mit einem Demenzkranken gestaltet sich oft schwierig. Probleme im Umgang mit dem Erkrankten, aber auch gesellschaftliche Barrieren sind an der Tagesordnung. Gerade anfangs wissen Angehörige nichts mit ihren Gefühlen anzufangen: Soll ich Mama schützen und vertuschen, dass sie sich nichts mehr merken kann? Soll ich Papa weiterhin als den "Macher" darstellen, der fest im Leben stand, bei allen geschätzt war und stets einen guten Rat hatte? Gründe, weswegen Angehörige die Krankheit verschweigen, liegen häufig in der Scheu vor der Aufklärung über die Erkrankung gegenüber Freunden und Bekannten. Oft wissen Betroffene auch nicht, wie sie in der Öffentlichkeit, beispielsweise im Supermarkt, mit dem Erkrankten umgehen sollen. Dies hemmt ebenfalls, offen mit der Krankheit umzugehen. Grundsätzlich liegt der Wunsch nahe, einer Stigmatisierung des Erkrankten sowie aller Familienmitglieder vorzubeugen.

Um betroffenen Familien einen Raum bieten zu können, in dem sie sich mit der Diagnose auseinandersetzen und offen mit der Erkrankung umgehen können, hat die Caritas Kelheim das ´Netzwerk Demenz` ins Leben gerufen, dass im Rahmen eines Leader-Förderprogrammes unterstützt wird. Das ´Netzwerk Demenz` möchte über die Erkrankung und das Handling mit der Krankheit aufklären, es will dem Erkrankten und dessen Familie sowie sozialem Umfeld Rückhalt bieten, das Netzwerk will Sicherheit geben. Dies ist nur ein kleiner Teilbereich dessen, was sich die Caritas Kelheim im Rahmen ihres Leader-Projektes vorgenommen hat.

Im Verlauf der Demenzerkrankung dürfen pflegende Angehörige selbst nicht auf der Strecke bleiben und sich immer wieder ihren Platz im Leben ins Gedächtnis rufen. Die Betreuung eines dementiell Erkrankten weitetet sich im Verlauf zu einer Betreuung rund um die Uhr aus, in der für eigene Interessen oder auch Auszeiten meist keine Möglichkeit mehr gegeben ist. Entlastung ist hier in Form von geeigneten Angeboten äußerst wichtig: Ob Betreuungsgruppe oder Entlastung durch ausgebildete Ehrenamtliche in der häuslichen Umgebung. Gerade in den ländlichen Regionen ist es oft mühsam solche Dienste in Anspruch zu nehmen, da ein flächendeckendes Angebot nicht gegeben ist. Dass Leader-Projekt ´Netzwerk Demenz` plant deshalb, den Auf- und Ausbau von Entlastungsmöglichkeite für Angehörige allseits in Angriff zu nehmen, sodass auch Menschen im ländlichen Bereich die Möglichkeit haben, die Betreuung eines erkrankten Menschen ein Stück weit abzugeben und den Erkrankten die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu bieten.

Der Caritasverband für den Landkreis Kelheim e.V. ist auf der Suche nach ehrenamtlichen Frauen und Männern, die Zeit, Lust sowie Engagement haben, Erkrankten und deren Familien ein Stück Freiheit und Zuversicht zu geben und auch die Erkrankten als eigenständige Menschen mit Bedürfnissen und Wünschen zu sehen, die noch Freude am Leben haben wollen. Ein Kurs für ehrenamtlich Interessierte zur Vorbereitung auf das Ehrenamt bietet die Caritas Kelheim im Oktober diesen Jahres in Abensberg an. Die Veranstaltungsdaten sowie weitere Informationen zum Workshop erhalten Sie bei Stephanie Wöhrl unter 09443/9 18 42 25.

Leader-Förderhinweis