URL: www.caritas-kelheim.de/aktuelles/presse/vielfaeltige-unterstuetzungsmoeglichkeit
Stand: 28.08.2017

Leader-Förderprogramm

Netzwerk Demenz

Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten bei Demenz

Hilfe im Alltag für Angehörige und Erkrankte.Hilfe im Alltag für Angehörige und Erkrankte.Absolut_photos, dreamstime.com

Soll ich Mama schützen und vertuschen, dass sie sich nichts mehr merken kann? Soll ich Papa weiterhin als den "Macher" darstellen, der fest im Leben steht, bei allen geschätzt ist und stets einen guten Rat hat? Gründe, weswegen Angehörige die Krankheit verschweigen, liegen häufig in der Scheu vor der Aufklärung über die Erkrankung gegenüber Freunden und Bekannten. Oft wissen Betroffene auch nicht, wie sie in der Öffentlichkeit, beispielsweise im Supermarkt, mit dem Erkrankten umgehen sollen. Dies hemmt ebenfalls, offen mit der Krankheit umzugehen. Grundsätzlich liegt der Wunsch nahe, einer Stigmatisierung des Erkrankten sowie aller Familienmitglieder vorzubeugen.

Um betroffenen Familien einen Raum bieten zu können, in dem sie sich mit der Diagnose auseinandersetzen und offen mit der Erkrankung umgehen können, hat die Caritas Kelheim das ´Netzwerk Demenz` ins Leben gerufen, dass im Rahmen eines Leader-Förderprogrammes unterstützt wird. Das ´Netzwerk Demenz` möchte über die Erkrankung und das Handling mit der Krankheit aufklären, es will dem Erkrankten und dessen Familie sowie sozialem Umfeld Rückhalt bieten, das Netzwerk will Sicherheit geben. Dies ist nur ein kleiner Teilbereich dessen, was sich die Caritas Kelheim im Rahmen ihres Leader-Projektes vorgenommen hat.

Im Verlauf der Demenzerkrankung dürfen pflegende Angehörige selbst nicht auf der Strecke bleiben und sich immer wieder ihren Platz im Leben ins Gedächtnis rufen. Die Betreuung eines dementiell Erkrankten weitet sich im Verlauf zu einer Betreuung rund um die Uhr aus, in der für eigene Interessen oder auch Auszeiten meist keine Möglichkeit mehr gegeben ist. Entlastung ist hier in Form von geeigneten Angeboten äußerst wichtig, ob Betreuungsgruppe oder Entlastung durch ausgebildete Ehrenamtliche in der häuslichen Umgebung. Gerade in den ländlichen Regionen ist es oft mühsam, solche Dienste in Anspruch zu nehmen, da ein flächendeckendes Angebot nicht gegeben ist. Dass Leader-Projekt ´Netzwerk Demenz` plant deshalb, den Auf- und Ausbau von Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige allseits in Angriff zu nehmen, sodass auch Menschen im ländlichen Bereich die Möglichkeit haben, die Betreuung eines erkrankten Menschen ein Stück weit abzugeben und den Erkrankten die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu bieten.

Der Caritasverband für den Landkreis Kelheim e.V. (Caritas Kelheim) ist auf der Suche nach ehrenamtlichen Frauen und Männern, die Zeit, Lust sowie Engagement haben, Erkrankten und deren Familien ein Stück Freiheit und Zuversicht zu geben und die Erkrankten als eigenständige Menschen mit Bedürfnissen und Wünschen sehen, die noch Freude am Leben haben wollen. Ein Kurs zur Vorbereitung auf das Ehrenamt bietet die Caritas Kelheim im Oktober dieses Jahres im Sozialzentrum Abensberg an. Der Workshop findet als Tagesseminar mit Mittagessen von 9 bis 16 Uhr am 18., 19., 20., 25. und 26. Oktober statt. Im Kurs wird das Grundlagenwissen über die Demenzerkrankung vermittelt. Weitere Informationen erhalten Sie von Stephanie Wöhrl, Leitung Fachstelle für pflegende Angehörige, über Telefon 09443 91842 - 25 oder s.woehrl@caritas-kelheim.de.

Das Projekt `Netzwerk Demenz´ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).