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Stand: 28.08.2017

Suchtberatung

Sucht im Alter – ein ernstzunehmendes Problem

Suchterkrankungen bei älteren Menschen sind schwer zu erkennen.Suchterkrankungen bei älteren Menschen sind schwer zu erkennen.Fotolia_Photographee.eu

Eine Sucht bei Menschen im höheren Alter ist tendenziell schwieriger zu erkennen, als bei jüngeren Personen. So können Stürze, nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit, Antriebs- und Interessenlosigkeit oder Stimmungsschwankungen Zeichen einer Sucht sein, aber auch Anzeichen einer Depression, einer Demenz oder ganz normalen Alterns. Im Alter leben viele Menschen auch alleine und haben weniger soziale Kontakte. Daher wird eine Suchterkrankung eher selten oder oft erst sehr spät erkannt.


Der Fall Gertraud

Bei Gertraud begann alles ganz harmlos. Früher war ein Bierchen zum Mittagessen für Gertraud ein schönes und normales Ritual: Mal zur Beruhigung, aber auch mal zur Stärkung für den restlichen Arbeitstag. Außerhalb der Familie ahnten nur wenige, von ihrer Problematik mit Alkohol. Beruflich war sie erfolgreich und hatte ein Haus mit ihrem Mann. Sie war gepflegt und trank mit Disziplin in der Öffentlichkeit. Als sie jedoch älter wurde, entglitt ihr die Kontrolle über das Genussmittel. Ihr Körper reagierte sensibler auf das Gift, der Alkohol beeinträchtigte Gertraud stärker als bisher. Sie begann ihren Alltag nur noch schemenhaft wahrzunehmen. Um den Kontakt zu ihren Freunden zu halten, fehlte ihr plötzlich die Kraft. Mit der Einsamkeit wurde der Drang zur Trinkerei aber nur noch stärker. Erst im Rentenalter hat sie die Alkoholkrankheit eingeholt. 


Suchtgefährdete und suchtkranke ältere Menschen brauchen Hilfe und Unterstützung. Werden ältere Menschen frühestmöglich angesprochen, ist die Chance groß, mit geeigneter Hilfe deren Lebensqualität wieder zu erhöhen oder zu erhalten. In Deutschland sind nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bis zu 400.000 Menschen von einem Alkoholproblem betroffen. Zwischen 1,7 und 2,8 Millionen ältere Menschen nehmen zu viele, so genannte, psychoaktive Medikamente, wie Schlaf-, Schmerz- oder Beruhigungsmittel ein. Auch hier wird von einer Suchterkrankung gesprochen. 


Die Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas Kelheim bietet für alle Personen mit Suchtproblemen - Alkohol, Drogen, Essstörungen oder Glücksspielsucht - und deren Angehörige jeden Montag von 14.30 bis 16.30 Uhr und Freitag von 10.30 bis 11.30 Uhr eine offene Sprechstunde an. Hier ist ein persönliches Beratungsgespräch auch ohne Terminvereinbarung möglich. Infos gerne unter 09441/50 07-42.