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Stand: 28.08.2017

Netzwerk Demenz

Betreuung Demenzkranker

Private Haushalte als Gastgeber

Projekt TipiNetlivre, Flickr.com

Die Betreuung im Privathaushalt sollte regelmäßig für 3 Stunden, ausgenommen sind Urlaubs- oder Krankheitszeiten des Gastgebers, stattfinden und drei bis fünf Personen aufnehmen. Zur Unterstützung des Gastgebers werden weitere Ehrenamtliche eingesetzt. Wichtig von Seiten des Gastgebers ist die Freude am Umgang mit alten und hilfsbedürftigen Menschen, Teamfähigkeit, sowie die Bereitschaft zur Qualifizierung. 


Der Gastgeber wird vor Beginn der Maßnahme speziell geschult und an die Aufgabe professionell herangeführt. Die Koordinatorin des Leader-Projektes Netzwerk Demenz, Stephanie Wöhrl, wird während des Projektes mit Rat und Tat unterstützend zur Seite stehen. Für die Durchführung eines "Tipis" erhält der Gastgeberhaushalt eine ehrenamtliche Aufwandsentschädigung. 


Der Gastgeberhaushalt sollte einige Gegebenheiten erfüllen, um eine Betreuung dort möglich zu machen. Notwendig wäre, dass das Haus ebenerdig oder maximal über 4 Stufen zugänglich ist, über einen Zugang zu einem Garten verfügt und die Toilette sich auf gleicher Ebene befindet. Für das gemeinsame Kaffeetrinken sollte ein Tisch mit sechs Stühlen und ausreichend Geschirr vorhanden sein. 


Hintergrund für dieses besondere Ehrenamt ist, dass es gerade in der ländlichen Region oft schwierig ist, an Demenz erkrankte Menschen zu geeigneten Betreuungsangeboten zu bringen, da diese oft weit vom Wohnort entfernt sind. Gerade in Randgebieten des Landkreises sind es oft etliche Kilometer, bis man ein Angebot erreicht hat. Dies bedeutet, dass eine Teilnahme an einer Betreuungsgruppe nicht möglich ist, da der gesunde Partner vielleicht keinen Führerschein hat, die Kinder in der Arbeit sind und ein Taxi wöchentlich das monatliche Budget sprengen würde. 


Ein weiterer Grund für die Suche nach Alternativen ist, dass im gesamten Landkreis derzeit die ambulante Versorgung von Patienten immer schwieriger wird. Die Zahlen derer, die ambulant versorgt werden wollen steigen, wobei die Zahl der Fachkräfte im ambulanten Bereich stagniert. Das Ehrenamt gewinnt daher gerade im ambulanten Bereich zunehmend an Bedeutung und wird mehr denn je benötigt.


Gerade demenzkranke Menschen, die zum Beispiel an bestehenden Gruppen wie dem Seniorenclub nicht mehr teilnehmen können, kommen gerne in Gruppenangebote, um Kontakte mit anderen Menschen zu pflegen und in der Gemeinschaft Spaß zu haben. Auch die Betreuung bei einem ehrenamtlich Tätigen privat zu Hause, gibt dem Erkrankten zudem das positive Gefühl zu Hause bei Freunden eingeladen zu sein. Dadurch ist der schwierige Schritt, den demenzerkrankten Menschen in einer Einrichtung betreuen zu lassen, gemildert und vielleicht als erster Schritt zur Fremdbetreuung leichter anzunehmen. 


Sollten Sie sich angesprochen fühlen und über die notwendigen Gegebenheiten verfügen, freuen wir uns über einen Anruf und ein persönliches Gespräch um weitere Details zu besprechen.


Infos über Stephanie Wöhrl, Koordinatorin Netzwerk Demenz, unter 09443/918 42-25 oder s.woehrl@caritas-kelheim.de.