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Stand: 13.02.2019

Seelische Gesundheit

Depressionen ernst nehmen

Präsenz in der Gesellschaft stärken

Mitarbeiter der Caritas Kelheim mit Betroffenen zeigen grüne Schleife: Sie plädieren für Akzeptanz bei psychischen Erkrankungen.Mitarbeiter der Caritas Kelheim mit Betroffenen zeigen grüne Schleife: Sie plädieren für Akzeptanz bei psychischen Erkrankungen.Daniela Zenger, Caritas Kelheim

Alle 40 Sekunden verliert jemand sein Leben durch Selbstmord. Psychische Erkrankungen spielen dabei sicher eine dominierende Rolle: Innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr leidet beinahe jeder Dritte an einer psychischen Erkrankung. Depressionen gehören dabei zu den häufigsten, und hinsichtlich ihrer Schwere, am meisten unterschätzten Erkrankungen.

Der Caritas-Fachbereich Sozialpsychiatrie setzt sich mit der Beratungsstelle für seelische Gesundheit, dem Ambulant Betreuten Wohnen und Tageszentrum für psychisch Kranke sowie weiteren Caritas-Einrichtungen für die Förderung der psychischen Gesundheit im Landkreis Kelheim ein. Ziel ist es, neben der Unterstützung von Betroffenen und Angehörigen, einen offenen und toleranten Umgang mit Menschen, welche einem seelischen Leiden unterliegen, in der Gesellschaft zu begünstigen.

Die Bundesweite Woche der seelischen Gesundheit, die jedes Jahr um den Internationalen Tag der seelischen Gesundheit stattfindet, möchte Menschen für dieses Krankheitsbild sensibilisieren. In diesen Tagen, noch bis 20. Oktober, rütteln verschiedene deutschlandweite Projekte vieler Institutionen Personen auf, die bisher mit dem Thema nicht in Kontakt gekommen sind. Betroffene, Angehörige und auch alle anderen sollen durch die Aktionstage ermuntert werden, gut für sich zu sorgen und auf ihr Umfeld einfühlsam zuzugehen. Gerade in Zeiten von Einschränkungen ist dieser Grundsatz wichtiger denn je. Doch auch weltweit wird mit Maßnahmen versucht, das Thema der seelischen Erkrankungen mehr in den Blick der Gesellschaft zu rücken und darüber aufzuklären - auch online gibt es viele Angebot.

Bemühungen sind immer wieder nötig, da leider bisher von einer gesellschaftlichen Akzeptanz nicht gesprochen werden kann. Viele erleben deswegen weiterhin Stigmatisierung und Ausgrenzung. Doch gerade diese Personengruppe benötigt ein soziales Umfeld, welche mit Wohlwollen und offenen Armen auf sie zukommt. Aus Angst vor Ausgrenzung suchen sie jedoch zuweilen nicht den oft so wichtigen Austausch mit Familie oder Kontakt zu Anlaufstellen. Der Welttag und die Wochen der psychischen Gesundheit sollen deshalb Betroffenen und ihrem Umfeld Mut machen, offener mit der psychischen Erkrankung umzugehen. Aus diesem Grund rief das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit die Initiative "Grüne Schleife für mehr Akzeptanz für psychische Erkrankungen" ins Leben. Jeder, der die grüne Schleife trägt, setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung bei Erkrankungen der Psyche. Einige Mitarbeiter des Caritas-Fachbereiches Sozialpsychiatrie in Kelheim outeten sich deswegen zusammen mit Betroffen als Unterstützer für die solidarische Behandlung von psychisch Erkrankten.

"Mit dem Tragen der grünen Schleife zeigen wir Solidarität und wollen ein Zeichen setzen", teilte Fachbereichsleitung Karin Gais mit. Ziel des Internationalen Tages der seelischen Gesundheit und Teil der Arbeit des Fachbereiches Sozialpsychiatrie ist es, das Bewusstsein für seelische Erkrankungen auszubauen. Jedem Menschen wird direkt oder indirekt seelisches Leid im Laufe seines Lebens begegnen. Gais und ihren Kollegen ist es wichtig, dass der Betroffene dann im eigenen Umfeld auf Verständnis stößt und bei Bedarf Hilfe bekommt. "Psychische Probleme sollen kein Tabuthema sein", sagt Gais. Durch mehr Offenheit und Akzeptanz trauen sich Menschen, ihre Probleme anzusprechen und sich Unterstützung zu holen.

Hilfe bei Erkrankungen der Seele und Psyche gibt es unter 09441/50 07 26 beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas Kelheim. Ein Anruf genügt oft, um sich schnell besser zu fühlen und weitere Schritte zur Gesundung anzutreten.