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Stand: 28.08.2017

Caritas-Sozialstationen

Pflegestärkungsgesetz

Neue Regelungen für Pflegeleistungen

Anstelle von drei Pflegestufen wird künftig in fünf Pflegegrade eingeteilt. Betroffene, welche bereits einer Pflegestufe zugewiesen wurden, werden in die jeweiligen Pflegegrade übergeleitet und nicht schlechter gestellt. Dies bedeutet auch, dass der Pflegebedürftige bei Bestehen einer Pflegestufe zum 01. Januar nicht schlechter eingestuft wird, als zum Stichtag, 31. Dezember, bewertet wurde.

Die Begutachtung unterteilt sich in sechs Lebensbereiche, die prozentual mittels eines Punktesystems betrachtet und gewichtet werden. Dabei ist die Stufe der Selbstständigkeit entscheidend, welcher Pflegegrad zugewiesen wird. Erstmalig liegt bei der Bewertung auch ein Fokus darauf, inwieweit der Bedürftige noch Fähigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich aufweisen kann. Bereiche, welche für die Begutachtung herangezogen werden, untergliedern sich in Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

In Zukunft wird der Entlastungsbetrag, der als Sparguthaben bei der Krankenkasse angesammelt wird und durch Leistungen eines eingetragenen Dienstes abgerufen werden kann, als einheitlicher Betrag von 125 Euro bezahlt. Pflegebedürftige, die bislang 208 Euro erhielten, bekommen den Entlastungsbetrag von 125 Euro ebenfalls. Der Bestandsschutz wird somit gewahrt, weil Pflegegeld und Entlastungsleistungen in der Summe zählen. Durch eine Umwidmung von 40 Prozent der Pflegesachleistungen kann der Betrag der Entlastungsleistungen wieder aufgestockt werden.

Auch die Situation Pflegender Angehöriger wird dahingehend verbessert. Entrichtungen von Rentenversicherungsbeiträgen werden zukünftig ab Pflegegrad II und einer wöchentlichen Pflegezeit von zehn Stunden bezahlt. Hierbei wirkt sich auch die Begutachtung der Alltagsbereiche positiv auf die wöchentlichen Pflegestunden aus. Eventuell sollte eine erneute Begutachtung durch den MDK im neuen Jahr erwogen werden. Auch der besondere Schutz der Pflegepersonen durch Unfall- und Arbeitslosenversicherung wurde durch die Neuausrichtung des Gesetzes gestärkt. Die Leistungen der Tagespflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Zuschüsse zu Hilfsmitteln und Verbesserung des Wohnumfeldes bleiben wie gehabt bestehen.

Fragen zur Gesetzesneuausrichtung oder persönlichen Situation sind an die örtlichen Sozialstationen (siehe unten) oder die Fachstelle für pflegende Angehörige, Stephanie Wöhrl, unter 09443/918 42 25 zu richten.