URL: www.caritas-kelheim.de/aktuelles/presse/generation-alkohol
Stand: 28.08.2017

Suchtberatung

Die Jugend von heute

Generation Alkohol?!

Generation Alkoholdanielam, pixabay.com

Brisant wird das Thema vor allem dann, wenn es um Jugendliche und Alkohol geht. Schlagworte wie Komasaufen oder Trichtertrinken haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen, wenn es darum ging, das Konsumverhalten junger Menschen zu beschreiben. Trinkspiele wie Beerpong oder Flunkyball treiben den Trend unter Jugendlichen noch an. 


Doch wie problematisch ist der Gebrauch der Substanz wirklich? Können die jungen Menschen ihren Konsum einschätzen? Wo erhalten sie und Eltern Rat und Hilfe zu diesem Thema? In Repräsentativbefragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden zweijährig Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 25 Jahren zu ihrem Alkoholgebrauch befragt. 


Der Vergleich der letzten Jahre zeigt, dass der riskante Alkoholkonsum von Jugendlichen und junge Erwachsenen tendenziell rückläufig scheint. Während bei den jungen Männern von 18 bis 25 Jahre im Jahr 2011 noch etwa 22 Prozent gesundheitlich riskant Alkohol konsumierten, lagen die Zahlen im Jahr 2016 bei etwa 15,3 Prozent. Bei den gleichaltrigen Mädchen tranken in 2011 etwa 16 Prozent riskant Alkohol. Hingegen 2016 waren es nur noch 11 Prozent. Bei den 12 bis 17-jährigen Jugendlichen liegen die Zahlen des riskanten Konsums deutlich niedriger. Auch hier kann eine Reduzierung des Alkoholgebrauchs beobachtet werden. Bei den Jungen belaufen sich die Zahlen in 2016 auf 3,9 Prozent, bei den Mädchen auf 3,5 Prozent. Riskante Trinkmuster spielen jedoch nach wie vor immer noch eine bedeutende Rolle. Bei solchen Entwicklungen deswegen Entwarnung zu geben, wäre falsch. Wichtig ist es, den Verlauf genauer zu beobachten und den jungen Menschen kompetente Hilfe anzubieten, um ihr Verhalten überdenken sowie verändern zu können.


An diesem Punkt setzt unter anderem die Arbeit der Fachambulanz für Suchtprobleme des Caritasverbanden für den Landkreis Kelheim e.V. (Caritas Kelheim) ein. Das Leistungs- und Angebotsspektrum der Suchtberatungsstelle reicht von Beratung, Therapievermittlung bis hin zu Gruppenangeboten für Personen, die bereits eine stationäre Therapie abgeschlossen haben oder auch Gespräche für Angehörige Betroffener. 


Seit 2009 bietet die Suchtberatung einmal jährlich den Gruppenkurs SKOLL (Selbstkontrolltraining) an. Das zehn Wochen umfassende Angebot ist für junge Menschen und Erwachsene, die sich beispielsweise fragen, ob sie zu viel Alkohol trinken, problematisch spielen, mit dem Rauchen aufhören wollen oder übermäßig Drogen gebrauchen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht nicht unbedingt die Abstinenz, sondern die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation. Im Verlauf des Trainings lernen die Teilnehmer, ihren Konsum kritisch zu hinterfragen, den eigenen Standpunkt zu finden, sich einzuschätzen und ein realistisches Konsumverhalten zu entwickeln. Ziel von SKOLL ist es, den Konsum bewusst zu machen, zu reduzieren oder auf den Konsum zu verzichten. In jeder Gruppensitzung werden bestimmte Themen gemeinsam erarbeitet und auf das von den Teilnehmern selbstgesteckte Ziel hin übertragen und geprüft. Durch diese Offenheit können insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene gut angesprochen und zur Teilnahme am Kurs aktiviert werden.


SKOLL-Kurs der Fachambulanz 2017


Termin: 4. Oktober bis 20. Dezember, mittwochs von 14.30 bis 16 Uhr 
(außer 1. November und 6. Dezember)
Ort: Caritas-Sozialzentrum 
Fachambulanz für Suchtprobleme
2. Stock, Gruppenraum
Pfarrhofgasse 1
93309 Kelheim
Leitung: Rebecca Krepler, Sozialpädagogin (B.A.)
Helmut Würzl, Sozialarbeiter (FH)


Zur Kursanmeldung und für ein unverbindliches Vorgespräch nehmen Sie bitte Kontakt zur Fachambulanz unter 09441/50 07-42 auf. 


Manchmal reicht es nicht, nur die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen selbst anzusprechen, sondern auch den Eltern Hilfe und Rat anzubieten. Hierfür wird an der Suchtberatungsstelle die Angehörigenarbeit angeboten. Eltern haben die Möglichkeit Fragen zu stellen und Hilfe zum Thema "riskanter Alkoholkonsum" zu erhalten. 


Informationen und Auskunft zu den Angeboten der Fachambulanz für Suchtprobleme Kelheim erhalten Sie unter der Telefonnummer 09441/50 07-42 oder unter caritas-regensburg.de/suchthilfe/fachambulanzen/kelheim.


Weitere Infos unter bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention.